Viele denken: Pollen rein. Körper überreagiert. Allergie. Klingt logisch. Ist aber zu kurz gedacht! Vor der allergischen Reaktion steht die viel ursächlichere Frage:
Wie gut ist eigentlich unsere Grenzfläche zur Außenwelt geschützt?
Haut, Schleimhäute, Darm — das alles ist nicht einfach Verpackung. Das ist lebendige Abwehr.
Und genau hier kommt das Mikrobiom ins Spiel. Ein gesundes, vielfältiges Mikrobiom hilft, problematische Keime kleinzuhalten, die Barriere zu stabilisieren und das Immunsystem zu beruhigen. Es entscheidet mit darüber, ob Allergene eben erst mit unserem gesunden Biofilm in Kontakt kommen oder direkt mit unseren Zellen – was eben dann zur allergischen Reaktion führen kann.
Besonders gut sieht man das bei Neurodermitis. Dort zeigt sich immer wieder dasselbe Muster: weniger mikrobielle Vielfalt gibt Platz für extreme problematische Keime, die mehr Entzündung, mehr Barriereschaden auslösen können.
Mit anderen Worten: Wenn das Gleichgewicht kippt, wird die Schutzfunktion schwächer — der Barriere Schutz reißt ab und das Allergen erreicht direkt das Immunsystem – dieses reagiert – immer schneller und heftiger: Allergie
Die eigentliche Botschaft lautet deshalb: Nicht nur das Allergen zählt. Der Zustand der Barriere ist entscheidend.
Auch für den Zusammenhang zwischen früher Entwicklung des Darmmikrobioms und die spätere Neigung zu Allergien häufen sich die Hinweise. So sind zum Beispiel Kinder die durch Kaiserschnitt geboren wurden und die nicht gestillt wurden häufiger von Allergien betroffen, da sie mit einem unausgereifterem Mikrobiom ins Rennen gehen.
Das erklärt auch, warum man in der Praxis immer wieder beobachtet: Wird das mikrobielle Milieu stabilisiert, die Vielfalt unterstützt, dann wird oft auch die Allergie ruhiger. Wird die Barrierefunktion gestärkt, reagiert das System häufig gelassener.
Wird das Mikrobiom sinnvoll unterstützt, bessern sich bei manchen Menschen auch die Beschwerden.
Und genau deshalb lohnt es sich, bei Allergien nicht nur nach dem Auslöser zu suchen, sondern für ein stabiles Mikrobiom von Haut, Schleimhaut, Darm zu sorgen.
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Praktisch bedeutet das: Allergie ist nicht nur ein Immunantwort! Sondern auch ein Barriereproblem.
7 Tipps zur Unterstützung eines gesunden Mikrobioms nicht nur bei Allergie:
- Zurück zu echtem Essen. Zur Natur. Was man Jagen und Sammeln kann, möglichst unbehandelt
- Keine verarbeiteten Nahrungsmittel
- Fermentiertes Obst und Gemüse
- Selbstgemachtes Joghurt, Kefier, Sauermilch
- Knochenbrühen als Aufbaukost nutzen. Enthalten äußerst bioverfügbares Kollagen für den Darm. Das kann die Entzündung hemmen.
- Auch ein Leaky Gut kann über eine Mikrobiomanalyse am besten diagnostiziert werden. Dann kommen gezielte Bausteine wie z.B. Glutamin ins Spiel um die Darmbarriere wieder herzustellen
- Präbiotika und Probiotika gezielt mittels Mikrobiomanalyse statt wahllos. Denn die Frage ist welche Keime fehlen Ihnen genau?
5 Tipps zur schnellen Abhilfe – bis sich die Barriere erholt hat
- SAMe: Unterstützt die Methylierung und damit den intrazellulären Histaminabbau über die Histamin-N-Methyltransferase.
- Vitamin B6 ist an zentralen Enzymreaktionen Histaminstoffwechsels beteiligt und kann bei funktioneller Unterversorgung die Regulationsfähigkeit verschlechtern.
- Vitamin C: antioxidativ, entlastet entzündliche Prozesse und ist beim Histaminabbau beteiligt.
- Zink Stärkt Schleimhäute und Tight Junctions, unterstützt die Immunbalance und hilft, eine allergische Schieflage zu rebalancieren.
- Magnesium entlastet ein überreiztes System, insbesondere Nervensystem und die immunologische Regulation.
Gibt´s übrigens auch alles als Infusion, wenn´s schnell gehen soll!
Gerne informieren wir Sie:
Privatpraxis dr. med. univ. Dieter Schmidt
Allersberger Straße 54
91154 Roth
Tel. 09171 1700
Quellen:
[1] Hülpüsch C, Rohayem R, Reiger M, Traidl-Hoffmann C. Exploring the skin microbiome in atopic dermatitis pathogenesis and disease modification. J Allergy Clin Immunol. 2024;154(1):31-41. doi:10.1016/j.jaci.2024.04.029. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0091674924005013
[2] Di Domenico EG, Cavallo I, Bordignon V, Prignano G, Sperduti I, Gurtner A, et al. Staphylococcus aureus and the Cutaneous Microbiota Biofilms in the Pathogenesis of Atopic Dermatitis. Microorganisms. 2019;7(9):301. doi:10.3390/microorganisms7090301. https://www.mdpi.com/2076-2607/7/9/301
[3] Monaco CL, Insel R, Järvinen KM. Gut microbiome in the first 1000 days and risk for childhood food allergy. Ann Allergy Asthma Immunol. 2024;133(3):252-261. doi:10.1016/j.anai.2024.03.010.
https://www.scilit.com/publications/ddca67f54cda9a4dc1e89f6f5dd4b3b5
[4] Robbins E, Koueik J, Singh AM, Frischmeyer-Guerrerio PA, Hourigan SK. Role of the Early-Life Microbiome in the Development of Food Allergy. J Allergy Clin Immunol Pract. 2025. Verfügbar unter der Verlagsseite. Eine DOI konnte ich in den hier zugänglichen Treffern nicht sicher verifizieren. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2213219825011778
[5] GAPS. Gut and Psychology Syndrome. Wie Darm und Psyche sich beeinflussen. Natürliche Behandlung von Autismus, AD(H)S, Dyspraxie, Legasthenie, Depression und Schizophrenie. Dr. Natasha Campell-McBride. 2015 Naranya Verlag

