Unruhe, Konzentrationsprobleme, innere Getriebenheit und Impulsivität gehören zu den Beschwerden, über die Menschen mit ADHS häufig berichten. Medizinisch stehen dabei vor allem Botenstoffe wie Dopamin und Noradrenalin im Mittelpunkt. Weniger bekannt ist, dass auch die Eisenversorgung bei verschiedenen Abläufen im Nervensystem eine wichtige Rolle spielt.
Eisen wird nicht nur für die Blutbildung und den Sauerstofftransport benötigt. Es ist ebenso an Stoffwechselprozessen beteiligt, die für die Energieversorgung der Nervenzellen und die Bildung von Neurotransmittern relevant sind. Ein niedriger Eisenstatus kann deshalb ein zusätzlicher Faktor sein, der bei Konzentrationsproblemen, Erschöpfung, innerer Unruhe oder Schlafproblemen ärztlich berücksichtigt werden sollte.
Das bedeutet nicht, dass Eisenmangel ADHS verursacht. ADHS ist ein komplexes neurobiologisches Beschwerdebild, bei dem genetische, entwicklungsbezogene und weitere individuelle Faktoren zusammenspielen.
Welche Rolle spielt Eisen bei der Bildung von Dopamin?
Dopamin entsteht aus der Aminosäure L-Tyrosin. An einem entscheidenden Schritt dieser Synthese ist das Enzym Tyrosinhydroxylase beteiligt. Dieses benötigt Eisen als Kofaktor.
Steht dem Organismus nicht ausreichend Eisen zur Verfügung, können eisenabhängige Stoffwechselprozesse beeinträchtigt sein. Dazu gehören neben der Blutbildung und der mitochondrialen Energiegewinnung auch Vorgänge im Neurotransmitterstoffwechsel.
Dopamin und Noradrenalin beeinflussen unter anderem Aufmerksamkeit und Konzentration, Motivation und Antrieb, Belohnungsverarbeitung, Arbeitsgedächtnis und Impulskontrolle.
Eisen ist hierbei essentiell. Ohne Eisen geht es nicht und mit zu wenig Eisen nur auf Sparflamme. Auch weitere Mikronährstoffe und Kofaktoren, darunter Vitamin B6, Vitamin C und Kupfer, sind für die Bildung notwendig.
Der Gamechanger ist also wie immer nicht ein einzelner Stoff, sondern vielmehr das Orchester der essentiell beteiligten Substanzen.
Was zeigt der Ferritinwert?
Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen. Der Ferritinwert im Blut gibt Hinweise darauf, wie gut die Eisenspeicher des Körpers gefüllt sind. Er sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden.
Ferritin gehört zu den sogenannten Akutphase-Proteinen. Bei Entzündungen, Infektionen oder bestimmten chronischen Erkrankungen kann der Wert erhöht sein, obwohl dem Körper nicht in allen Bereichen ausreichend verfügbares Eisen zur Verfügung steht. Ein vermeintlich unauffälliger Ferritinwert schließt einen gestörten Eisenstoffwechsel deshalb nicht in jeder Situation sicher aus.
Für eine frohmedizinische und sinnvolle Beurteilung werden je nach Ausgangssituation weitere Laborparameter herangezogen. Dazu können unter anderem Transferrinsättigung, Serumeisen, CRP und das große Blutbild gehören, welches im Bluttuning standardmäßig bestimmt wird.
Referenzwerte und Frohwerte: Warum „normal“ nicht automatisch optimal bedeutet
Laborreferenzbereiche, “Normal”-Werte, zeigen in welchem Bereich sich die Werte eines großen Teils der untersuchten Bevölkerung bewegen.
Sie beschreiben damit vor allem eine statistische Verteilung. Haben also viele gemessene Menschen einen niedrigen Ferritinwert, so wird der Grenzwert eben entsprechend des statistischen Mittelwerts dieser gemessenen Population angepasst.
Für die molekularmedizinische und präventionsmedizinische Arbeit von dr. med. univ. Dieter Schmidt sind diese Normbereiche jedoch nicht der entscheidende Maßstab.
Denn ein Wert kann innerhalb des üblichen Referenzbereichs liegen und dennoch nicht zu der individuellen Leistungsfähigkeit, den Beschwerden oder den Anforderungen des Stoffwechsels passen. „Normal“ bedeutet aus dieser Sicht nicht automatisch, dass alle körperlichen Prozesse optimal versorgt sind.
Dieser Gedanke prägte bereits die Arbeit von Dr. Ulrich Strunz. Statt sich ausschließlich an Durchschnittswerten zu orientieren, betrachtete er die Blutwerte gesunder, leistungsfähiger und vitaler Menschen. Daraus entwickelte sich das Konzept der sogenannten Frohwerte.
Dr. med. univ. Dieter Schmidt führt diese Praxisphilosophie als Nachfolger von Dr. Ulrich Strunz fort. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob ein Wert gerade noch innerhalb eines statistischen Normbereichs liegt.
Entscheidend ist vielmehr, ob der individuellen Person die notwendigen Bausteine in der benötigten Menge zur Verfügung stehen, damit der Stoffwechsel, die Neurotransmittersynthese, das Immunsystem und die Leistungsfähigkeit etc. optimal funktionieren können.
Und das ist eben kein statistischer Mittelwert, der aus den Werten von Gesunden und Kranken entsteht, sondern dieser Wert ist eben individuell und teilweise durchaus höher als der statistische Grenzwert.
Dies ist nicht irgendeine Philosophie, sondern wird gestützt von Untersuchungen, die bei Naturvölkern durchgeführt wurden. Um es praktisch zu erklären:
Der Grenzwert für Vitamin D3, ab dem kein Mangel mehr bestehen soll, ist bei den üblichen Laboren >20 ng/ml.
Gemessen in einem afrikanischen Naturvolk, ohne Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Rheuma, ADHS etc. liegt der Durchschnittswert bei 115 ng/ml !!!
Heißt also, glückliche, gesunde Menschen ohne akute und chronische Erkrankungen haben andere Werte – Frohwerte. Diese sind unsere Orientierung!
Und gerade beim Eisen zeigt sich, weshalb diese Betrachtung relevant sein kann.
Die bekannteste Funktion des Eisens ist die Bildung des roten Blutfarbstoffes, dem Hämoglobin. Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, ist der Sauerstofftransporter im Blut schlechthin.
Es bindet Sauerstoff aus der Atemluft und transportiert es hin zum Gewebe, den Organen, die den Sauerstoff zur Energiegewinnung essentiell benötigen.
Doch Eisen ist weit mehr! Es wird nicht nur für die Blutbildung benötigt, sondern ist ebenso notwendig für das Immunsystem und auch den Neurotransmitterstoffwechsel.
Ein formal unauffälliger Wert sagt daher aus Sicht des Bluttunings noch nicht zwangsläufig aus, dass die Eisenversorgung für den einzelnen Menschen ausreichend ist.
Beim Bluttuning werden Laborwerte deshalb nicht isoliert und nicht allein anhand klassischer Normgrenzen beurteilt. Entscheidend sind das Zusammenspiel der Werte, die Beschwerden, die persönliche Vorgeschichte, die Ernährung, die körperliche Belastung und die individuelle Stoffwechselsituation.
Die zentrale Frage lautet nicht: „Ist der Wert noch normal?“
Sondern: „Ist der Körper so versorgt, dass seine Prozesse möglichst gut funktionieren können?“
Untermauert wird dies durch eine bekannte Studie aus Großbritannien:
Ironically unwell: Anämie und Eisenmangel bei gesundheitsbewussten Erwachsenen im Vereinigten Königreich.
Zusammengefasst zeigen 33.029 Blutproben:
- Viele Personen mit objektiv nachweisbarem Eisenmangel oder Anämie berichteten keine typischen Beschwerden.
- Rund 52 % der Menschen mit absolutem Eisenmangel waren symptomfrei.
- Rund 57 % der Menschen mit Anämie waren symptomfrei.
- Frauen im gebärfähigen Alter waren besonders häufig betroffen.
Hierdurch wird der zentrale und leider allzu häufig angenommene Glaubenssatz, mit dem Patientinnen und Patienten bei der Bitte um eine Eiseninfusionen abgespeist werden:
„Wer keine Müdigkeit, Leistungsschwäche oder Atemnot hat, wird wahrscheinlich auch keinen Eisenmangel haben.“
zu Recht in Frage gestellt! Im Gegenteil, vielmehr bedeutet dies:
Fehlende Symptome schließen Eisenmangel nicht aus und laborchemisch nachweisbarer Eisenmangel ist häufig bereits vorhanden, bevor Betroffene sich krank fühlen.
So funktioniert Präventionsmedizin, so funktioniert Bluttuning!
Was sagt die Forschung zu Ferritin und ADHS?
Unabhängig von der Praxisphilosophie stellt sich die wissenschaftliche Frage, ob Menschen mit ADHS häufiger einen auffälligen Eisenstatus aufweisen.
Mehrere Studien und Metaanalysen haben bei Kindern mit ADHS im Durchschnitt niedrigere Ferritinwerte als bei Kontrollgruppen festgestellt. Bei anderen Parametern wie dem Serumeisen zeigten sich diese Unterschiede nicht in gleicher Weise.
Teilweise wurden außerdem Zusammenhänge zwischen einem niedrigen Eisenstatus und stärker ausgeprägter Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Impulsivität beschrieben.
Diese Ergebnisse sind natürlich kein eindeutiger Beweis und zeigen freilich nur eine Korrelation, aber diese mögliche Ursache bei ADHS aus dem Weg zu räumen ist doch heute ein Leichtes!
Sollte dann der Eisenmangel doch nicht ursächlich sein, dann sucht man eben weiter. Aber eine mögliche Ursache wäre damit ausgeräumt – und zwar ohne vergleichbare Nebenwirkungen!
Für die ärztliche Praxis bedeutet das: Ein auffälliger Eisenstatus sollte ernst genommen, aber immer im Zusammenhang mit dem gesamten Befund eingeordnet werden.
Ähnliche Beschwerden, unterschiedliche Ursachen
Ein Eisenmangel kann Beschwerden hervorrufen, die sich teilweise mit typischen ADHS-Symptomen überschneiden.
| Mögliche Beschwerden bei Eisenmangel | Mögliche Beschwerden bei ADHS |
| Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit | Wechselnde Leistungsfähigkeit |
| Konzentrationsprobleme | Eingeschränkte Aufmerksamkeit |
| Reizbarkeit | Emotionale Impulsivität |
| Innere Unruhe | Hyperaktivität oder Rastlosigkeit |
| Schlafprobleme | Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen |
| Verminderter Antrieb | Probleme mit Motivation und Aufgabenbeginn |
Diese Überschneidungen machen eine differenzierte Diagnostik wichtig. Sie bedeuten nicht, dass Konzentrationsprobleme oder Unruhe automatisch durch einen Eisenmangel verursacht werden. Auch ein bereits diagnostiziertes ADHS schließt zusätzliche körperliche Einflussfaktoren nicht aus. Umgekehrt ersetzt die Feststellung eines Eisenmangels keine fachärztliche ADHS-Diagnostik.
Eisen, Sauerstoff und Energie für das Nervensystem
Eine der wichtigsten Aufgaben von Eisen ist seine Beteiligung an der Bildung von Hämoglobin. Hämoglobin bindet Sauerstoff und transportiert ihn über das Blut zu den Organen und Geweben (s.o.).
Das Gehirn hat einen besonders hohen Energiebedarf. Nervenzellen sind auf eine kontinuierliche Energiegewinnung in den Mitochondrien angewiesen. Fehlen Eisen, Hämoglobin oder weitere für die Blutbildung erforderliche Substanzen, kann dies die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Auch hier zeigt sich das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Für eine normale Blutbildung werden neben Eisen beispielsweise Vitamin B12 und Folsäure benötigt. Die alleinige Bestimmung eines einzelnen Wertes bildet diesen komplexen Prozess daher nicht vollständig ab.
Eisenmangel kann auch ohne Blutarmut bestehen
Ein Eisenmangel entwickelt sich häufig schrittweise. Zunächst leeren sich die Eisenspeicher, während der Hämoglobinwert noch innerhalb des Referenzbereichs liegen kann. Erst bei einem weiter fortschreitenden Mangel kann eine Eisenmangelanämie entstehen.
Ein normales Hämoglobin schließt reduzierte Eisenspeicher somit nicht grundsätzlich aus. Gleichzeitig sollte ein niedriger Ferritinwert nicht nur ausgeglichen, sondern auch hinsichtlich seiner Ursache abgeklärt werden.
- starke oder lang anhaltende Menstruationsblutungen
- eine unzureichende Eisenaufnahme über die Ernährung
- eine eingeschränkte Aufnahme im Magen-Darm-Trakt
- chronische Entzündungsprozesse
- wiederkehrende oder unbemerkte Blutverluste
- ein erhöhter Bedarf, beispielsweise in Wachstumsphasen
Insbesondere Blutverluste und Erkrankungen des Verdauungstraktes sollten hausärztlich oder fachärztlich untersucht werden.
Schlaf, innere Unruhe und Restless Legs
Ein niedriger Eisenstatus kann auch im Zusammenhang mit Restless-Legs-Beschwerden und einem unruhigen Schlaf eine Rolle spielen. Gleichzeitig treten Schlafprobleme bei Menschen mit ADHS vergleichsweise häufig auf.
Schlafmangel kann Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Erschöpfung und innere Unruhe verstärken. Dadurch lässt sich im Alltag nicht immer klar erkennen, welcher Anteil einer Beschwerde auf ADHS, den Schlaf oder einen zusätzlichen körperlichen Faktor zurückzuführen ist.
Gerade bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit, Einschlafproblemen, nächtlicher Unruhe oder einem Bewegungsdrang in den Beinen kann es deshalb sinnvoll sein, den Eisenstatus in die ärztliche Abklärung einzubeziehen.
Ferritin im Bluttuning ist ein wichtiger Wert. Einerseits zeigt er uns das verfügbare Eisen an, welches nicht nur für Blutbildung, sondern eben auch Neurotransmitterhaushalt (wichtig bei ADHS) und wie im Ratgeberartikel über Eisen Die Wahrheit über das vergessene Eisen-Optimum beschrieben, für das Immunsystem essenziell ist.
Welche Eisenwerte werden beim Bluttuning untersucht?
Welche Laborwerte erforderlich sind, hängt von den Beschwerden, der Krankengeschichte und bereits bekannten Befunden ab. Zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels können insbesondere folgende Werte gehören:
- Ferritin
- Transferrinsättigung
- Serumeisen
- Hämoglobin
- Erythrozytenindizes im Blutbild
- CRP zur Einschätzung möglicher Entzündungsprozesse
- gegebenenfalls weitere Parameter nach ärztlicher Beurteilung
Entscheidend ist nicht nur, ob ein Wert innerhalb oder außerhalb eines Laborbereichs liegt. Ebenso wichtig sind die Beziehungen zwischen den Werten, mögliche Entzündungen, die Ernährung, Blutverluste, Medikamente, Vorerkrankungen und die konkret bestehenden Beschwerden.
Deshalb gilt beim Bluttuning: erst messen, dann einordnen und anschließend gezielt entscheiden.
Was ist bei einem niedrigen Ferritinwert zu tun?
Ob eine Behandlung erforderlich ist und welche Form infrage kommt, hängt vom Befund und von der Ursache des Eisenmangels ab.
Eine orale Eiseneinnahme kann bei manchen Menschen zu Magen-Darm-Beschwerden führen oder die Eisenspeicher nur langsam auffüllen. Eine intravenöse Eisengabe kann bei bestimmten medizinischen Voraussetzungen eine Alternative darstellen. Sie sollte nach ärztlicher Indikationsstellung, unter Berücksichtigung möglicher Risiken und mit einem geeigneten Präparat erfolgen.
In der Praxis von dr. med. univ. Dieter Schmidt werden nicht nur klassische Untergrenzen betrachtet. Die Bewertung orientiert sich an der individuellen Stoffwechselsituation, den Beschwerden und der von Dr. Ulrich Strunz geprägten Frohwerte-Philosophie. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Zielzahl für jeden Menschen ableiten.
Von einer längerfristigen Einnahme auf eigene Faust ist abzuraten. Auch eine übermäßige Eisenzufuhr kann gesundheitlich problematisch sein. Dosierung, Dauer und Verlaufskontrolle gehören in ärztliche Hände.
Ärztliche Einordnung statt Selbstdiagnose
Ferritin ist beim Bluttuning ein wichtiger Laborwert. Eisen wird für die Blutbildung, den Sauerstofftransport, die Energiegewinnung und verschiedene Prozesse des Neurotransmitterstoffwechsels benötigt.
Trotzdem ist Eisen nie die alleinige Erklärung für Konzentrationsprobleme, innere Unruhe oder eine ADHS-Symptomatik. Ebenso wenig lässt sich aus einem einzelnen Laborwert ablesen, welche Behandlung für einen Menschen sinnvoll ist.
Neben dem Eisenstatus können abhängig von den Beschwerden weitere Faktoren relevant sein, beispielsweise die Versorgung mit Vitamin B12, Folsäure und weiteren Mikronährstoffen, die Schilddrüsenfunktion, der Hormonstatus, die Schlafqualität, die Ernährung, Entzündungsprozesse, Medikamente sowie psychische und psychosoziale Belastungen.
Ziel der Diagnostik ist es nicht, nach einem vermeintlichen Wunderstoff zu suchen. Es geht darum, mögliche Mangelzustände und Stoffwechselzusammenhänge strukturiert zu erkennen, medizinisch einzuordnen und aufeinander abzustimmen.
Fazit: Eisen ist ein möglicher Baustein, aber keine alleinige Erklärung
Eisen ist für die Sauerstoffversorgung, die zelluläre Energiegewinnung und den Neurotransmitterstoffwechsel unverzichtbar. Da Eisen unter anderem als Kofaktor bei der Dopaminsynthese benötigt wird, ist ein Zusammenhang zwischen Eisenstatus und ADHS-Beschwerden biologisch plausibel.
Studien zeigen unter anderem bei Kindern mit ADHS teilweise niedrigere Ferritinwerte und Zusammenhänge mit der Symptomstärke.
Machen Sie sich auf den Weg: Wer wissen will, muss messen!
Blutwerte verstehen statt selbst zu raten
Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Erschöpfung oder Schlafprobleme können viele Ursachen haben. Ein niedriger Ferritinwert kann dabei ein wichtiger Hinweis sein, sollte jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten und der persönlichen Situation bewertet werden.
dr. med. univ. Dieter Schmidt unterstützt Sie dabei, Ihre Blutwerte strukturiert zu untersuchen und medizinisch einzuordnen. Im Mittelpunkt steht keine pauschale Empfehlung, sondern die individuelle Abklärung: Welche Werte sind auffällig? Welche Ursachen kommen infrage? Und welche nächsten Schritte sind medizinisch sinnvoll?
Jetzt ärztliche Beratung anfragen und den Eisenstatus gezielt abklären lassen.
Über den Autor
dr. med. univ. Dieter Schmidt ist Facharzt für Viszeralchirurgie und leitet die Privatpraxis Mein Bluttuning in Roth. Seine Schwerpunkte liegen in der Präventionsmedizin, der Labordiagnostik, der Mikronährstoffmedizin sowie individuellen Konzepten für gesundes Altern und Longevity.
Sein Schwerpunkt liegt auf der Ursachenforschung chronischer Beschwerden sowie der Optimierung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden auf Basis fundierter Laboranalysen und wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Häufige Fragen zu ADHS und Eisenmangel
Ein Eisenmangel kann unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, verminderte Belastbarkeit und Schlafprobleme begleiten. Diese Beschwerden können sich mit ADHS-Symptomen überschneiden. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Eisenmangel automatisch die Ursache der Beschwerden ist.
Nach heutigem Wissensstand gilt Eisenmangel kann dies mitverursachen, jedoch sehr wahrscheinlich nicht monokausal, da ADHS ein komplexes neuro-biochemisches Beschwerdebild darstellt, das durch einen Einzelwert nicht begründet werden kann. Es wäre jedoch leichtfertig, die Korrelation als zusätzlicher Einflussfaktor, der individuell untersucht und abgeklärt werden sollte, zu ignorieren.
Metaanalysen fanden bei Kindern mit ADHS im Durchschnitt niedrigere Ferritinwerte als bei Kontrollgruppen. Die Ergebnisse einzelner Studien unterscheiden sich jedoch.
Ein allgemein anerkannter optimaler Ferritinwert speziell für Menschen mit ADHS ist wissenschaftlich nicht festgelegt. In der Praxis von dr. med. univ. Dieter Schmidt erfolgt die Bewertung nicht allein anhand klassischer Normbereiche, sondern im Zusammenhang mit Beschwerden, weiteren Laborwerten, Entzündungsparametern und der individuellen Stoffwechselsituation. Untermauert wird dies durch ein Anpeilen von Optimalwerten.
Eine Eisengabe kann bei einem nachgewiesenen Eisenmangel medizinisch sinnvoll sein. Ob dadurch auch ADHS-Symptome beeinflusst werden, ist noch nicht abschließend geklärt.
Je nach Situation können unter anderem Transferrinsättigung, Serumeisen, Hämoglobin, weitere Werte des Blutbildes und CRP sinnvoll sein. Die konkrete Auswahl und Interpretation sollte ärztlich erfolgen.
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Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung. Empfehlungen zu Ernährung, Training, Nahrungsergänzung oder medizinischen Maßnahmen sollten immer zur persönlichen Situation, zu bestehenden Erkrankungen und zu aktuellen Laborwerten passen.

