Sie lesen richtig. Ich hab mich nicht verschrieben – heute geht´s um die guten unter den Omega-6-Fettsäuren und

auch die, die essenziell sind und von denen wir keinen Überschuß, sondern oft Mängel haben. Gerade die „guten“ darunter können bei trockener Haut, Schuppen und Neurodermitis, aber gerade auch beim Kryptopyroliker oftmals Abhilfe schaffen.Was Ihnen wahrscheinlich schon bekannt ist:

  • Das Omega-6/Omega-3-Verhältnis ist wichtig – Ziel ist ca. 4:1 oder besser niedriger (idealerweise 1:1).
  • Ebenso, daß der Omega-3-Index spezifisch den Anteil der Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) in den roten Blutkörperchen angibt – ausgedrückt als Prozentsatz der gesamten Fettsäuren in der Zellmembran und damit Maß für die Omega-3-Versorgung des Körpers ist
  • Ein hoher Index (reich an EPA/DHA) kann die negativen Effekte eines hohen Omega-6-Konsums abpuffern, wie Studien zeigen und somit Entzündungen reduzieren
  • Ein hoher Index (> 8 %) wirkt wie ein natürlicher Entzündungshemmer, senkt den Entzündungsmarker CRP und reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Genetisch korrekt in fettem Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen) oder vegan in Algen vorkommend.
  • Eine Analyse Ihrer Fettsäuren (Fettsäureprofil) ist neben der großen Blutanalyse, dem Aminogramm u.v.a.m. in jedem Bluttuning enthalten!

Und da Sie über Omega-3-Fettsäuren bereits alles wissen geht es heute mal um die ?bösen? Omega-6-Fettsäuren.

Omega-6-Fettsäuren sind nicht alle gleich!

Einige unter den Omega-6-Fettsäuren sind essenziell, doch es kommt natürlich auf die Qualität an: Manche Omega-6-Fettsäuren sind entzündungshemmende Superstars, andere können bei Übermaß Schaden anrichten.

Doch welche sollten Sie nun bevorzugen, welche meiden, und warum?

Die Hauptakteure der Omega-6-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in vielen Lebensmitteln aber eben in hohem Maße in verarbeiteten Nahrungsmitten stecken. Die wichtigsten Vertreter zusammengefaßt:

  • Linolsäure (LA): Die häufigste Omega-6-Fettsäure, essentiell, in Pflanzenölen (z. B. Sonnenblumenöl), Nüssen und Samen.

Hieraus wird Arachidonsäure gebildet wirkt eher entzündungsfördernd, nicht grundsätzlich schlecht, sondern auch notwendig für Immunreaktionen (z. B. Wundheilung etc.).– wollen wir aber weniger, bzw. nur im gesunden Verhältnis

  • Gamma-Linolensäure (GLA): Eine seltene Omega-6-Fettsäure mit entzündungshemmender Wirkung, in speziellen Pflanzenölen.

Neben der Dosis, die das Gift macht, ist eben die Qualität der Omega6-Fettsäuren entscheidend, ob sie Entzündungen unterstützen oder nicht.

Die „gute“ Omega-6-Fettsäure – Gamma-Linolensäure (GLA)

Im Gegensatz zu anderen Omega-6-Fettsäuren wird Gamma-Linolensäure in Dihomo-Gamma-Linolensäure (DGLA) umgewandelt und hieraus entstehen entzündungsdämpfende Gewebehormone (Prostaglandine z. B. PGE1), die die Entzündungen z.B. bei rheumatoider Arthritis, Neurodermitis und PMS (prämenstruelles Syndrom) reduzieren können. Sie stärkt die Hautbarriere, unterstützt das Immunsystem und hilft bei hormonellen Beschwerden. Wer trockene oder schuppige Haut hat, kann dies nach regelmäßiger Einnahme sehr schnell nachvollziehen – hier spreche ich aus eigener ersönlicher Erfahrung!

Quellen für Gamma-Linolensäure:

  1. Borretsch Öl: Mit 18–24 % Gamma-Linolensäure ist die reichste Quelle. Perfekt für entzündungshemmende Effekte, z. B. bei Arthritis.

Tipp: Wählen Sie gereinigte Produkte, um Verunreinigungen wie Pyrrolizidinalkaloide zu vermeiden.

  1. Nachtkerzenöl: Enthält 8–10 % Gamma-Linolensäure. Ideal für Hautprobleme (z. B. Neurodermitis) und hormonelle Balance.

Tipp: Kaltgepresstes Öl in Kapseln oder roh in Salaten verwenden.

  1. Schwarzes Johannisbeersamenöl: 15–17 % Gamma-Linolensäure, plus etwas Omega-3 für ein ausgewogenes Profil. Tipp: Vielseitig für Haut und Immunsystem.
  2. Hanfsamenöl: 1–6 % GLA, mit einem günstigen Omega-6/Omega-3-Verhältnis (ca. 3:1).
  3. Oder als Supplement GLA (Gamma-Linolen-Säure/Acid)

(Wer´s genau wissen will: Fit mit Fett vom Meister lesen)

Warum GLA unter den Omega-6-Fettsäuren bevorzugen?

Die im Überschuß entzündungsfördernde Linolsäure (LA) ist die am häufigsten vorkommende Omega-6-Fettsäure und essentiell für Haut, Zellmembranen und Wachstum. Sie steckt in Nüssen (z. B. Mandeln, Walnüsse), Samen (z. B. Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne) und Pflanzenölen.

Linolsäure – Essentiell, aber mit Bedacht genießen!

Es kann durchaus schwierig sein die gesunde GLA ausreichend über die Ernährung zu bekommen, ohne hierbei eben auch eine ordentliche Portion an entzündungsfördernden Omega-6-Säuren (Linolensäure -> Arachidonsäure) aufzunehmen, da die Nahrungsmittel die GLA enthalten, meist auch einen hohen Anteil an entzündungsfördernder LA enthalten.

Und gerade in der modernen, zivilisierten Ernährung ist LA oft sowieso schon überdosiert, besonders durch raffinierte Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Mais- oder Sojaöl.

Das wird sichtbar durch den Omega-3-Säure-Index und das Verhältnis Omega-3 zu Omega-6 im Bluttuning.

Den Überschuss, also das Zuviel an Linolensäure (LA), den Sie aus den Omega-6-Säuren wirklich essentiell benötigen, wird in Arachidonsäure umgewandelt – Wo soll er denn auch hin?!

Aus dieser werden dann entzündungsfördernde Prostaglandine und Leukotriene gebildet und dies kann Entzündung fördern bzw. unterhalten und z.B. auch Herz-Kreislauf-Probleme fördern.

Der Überschuss durch zu hohen Linolensäure Konsum macht´s aus! Weil der wiederum führt zur übermäßigen Anhäufung entzündungsfördernder Stoffe wie Arachidonsäure und ist in der modern-zivilisierten Lebensweise bzw. Ernährung überrepräsentiert.

Altbekanntes Wissen, das auch die Pharmaindustrie nutzt, nur eben symptomatisch und nicht ursächlich:

Wer kennt sie nicht „Wunderwirkstoffe“ für Sportverletzte oder Rückenkranke? Die NSAR (Nicht Steroidalen Antirheumatika) wie z.B. Aspirin®, Ibuprofen®, Voltaren®, etc.

Sie hemmen das Enzym (COX Cyclooxygenase), welches zur Herstellung entzündungsfördernder Prostaglandine aus Arachidonsäure benötigt wird. Dadurch weniger Entzündung und weniger Schmerz.

Die Hemmung jedoch hat eben ihren Preis in den bekannten Nebenwirkungen (Magenschleimhautreizung, Sodbrennen, Ulcus Bildung, erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufbeschwerden, Nierentoxizität etc.).

Genau dies widerspiegelt, daß eine gesunde Balance zwischen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, aber auch die ausgeglichene Balance zwischen Gamma-Linolen-Säure und Linolsäure essentiell ist.

Wie immer in der Natur geht es um Balance! Und die machen Sie sich am besten selbst!

Gesunde LA-Quellen:

  • Nüsse (z. B. Walnüsse, Mandeln): Liefern LA in moderaten Mengen, plus Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Walnüsse sind top, da sie auch Omega-3 enthalten.
  • Samen (z. B. Kürbiskerne, Leinsamen): Leinsamen sind vor allem Omega-3-reich
  • Tipp: Eine Handvoll Nüsse oder Samen täglich ist ideal. Sie sind unverarbeitet und nährstoffreich.

Zu vermeiden!

  • Raffinierte Pflanzenöle (Sonnenblumen-, Mais-, Sojaöl)
  • verarbeitete Lebensmittel (z. B. Chips, Pommes, Fertiggerichte).

Letztere sind Linolensäure-Bomben (50–70 %), noch dazu oftmals durch die Verarbeitung (Erhitzen) oxidiert. Das kann Gefäße verkleben!

Tipp: Reduzieren Sie raffinierte Öle, um die Arachidonsäure-Bildung zu begrenzen.

Wenn Omega-6-Fettsäuren, dann die gesunden:

  1. Setzen Sie auf Gamma Linolensäure: Nachtkerzen-, Borretsch- oder Johannisbeersamenöl (500–1500 mg GLA täglich) für entzündungshemmende Effekte.
  2. Bevorzugen Sie natürliche LA-Quellen: Eine Handvoll Nüsse (z. B. Walnüsse, Mandeln) oder Samen (z. B. Kürbiskerne) liefert LA in gesunden Mengen mit einem Bonus an Nährstoffen.
  3. Meiden Sie raffinierte Öle wie Sonnenblumen-, Mais- oder Sojaöl
  4. Selber Kochen mit hochwertigen Zutaten ist Selbstführsorge!!! Denn hierbei haben SIE die Wahl!

Unterstützen Sie mit Omega-3: Fetter Fisch (Lachs, Makrele) oder Algen Öl. Omega-3-Fettsäuren verstärken die entzündungshemmende Wirkung der Gamma Linolensäure und verhindern eine überschüssige Bildung des Ausgangsstoffes für Entzündungen nämlich Arachidonsäure (s.o.).

Fazit:

Wie immer gibt es kein eindeutiges Schwarz oder Weiß bei den Omegas!

Ein hoher Omega-3-Index (EPA/DHA) ist und bleibt Ihr stärkster Verbündeter gegen Entzündungen. Zusätzlich können Sie sich bei Entzündungen der „guten“ Omega-6-Säure Gamma Linolensäure bedienen z.B. Nachtkerzen- oder Borretsch Öl. Sie ist ein zusätzlicher Entzündungshemmer zu einem hoch normalen Omega-3-Säure-Index und einem gesunden Verhältnis zwischen Omega3- und Omega-6 Fettsäuren und wirkt förderlich auf Haut, Gelenke und hormoneller Balance.

Mit der richtigen Balance und der klugen Wahl ist es also möglich Entzündungen zu dämpfen und Gesundheit zu fördern, denn der kleinste gemeinsame Nenner aller Krankheiten bleibt die Entzündung.

Kennen Sie Ihr Fettsäureprofil? Ihr Körper wird es Ihnen danken!

Gerne informieren wir Sie:

Privatpraxis dr. med. univ. Dieter Schmidt

Allersberger Straße 54

91154 Roth

Tel. 09171 1700

PS.

Natürlich bedarf es keiner großen Gedankensprünge auf den Schluß die COMT nicht zusätzlich mit Stoffen zu belasten die ebenfalls über sie abgebaut werden. Dies würde die Enzymlast natürlich erhöhen:

Diese sind:

  • Das tut besonders weh: Café! Insbesondere die darin enthaltene Caffeinsäure
  • Coffein eher indirekt, weil es SAMe verbraucht
  • Quercetin
  • Kurkuma
  • EGCG (in grünem Tee/Matcha), Rutin, Fisetin, Luteolin. 
  • Die Dopamin-Vorstufen L-Tyrosin, Phenylalanin, Mucuna pruriens
  • Auch z.B. alter Käse bzw. Tyramin haltige Nahrungsmittel
  • Rhodiola rosea als Adaptogen kann Katecholamine erhöhen und damit die Enzymlast
  • Dunkle Schokolade / Kakaoprodukte insbesondere Phenylethylamin (PEA)
  • Alkohol (erhöht Dopamin)

Bei Pharmaka sind es vor allem das ADHS Medikament Methylphenidat und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer das massive Dopamin und auch Adrenalin, Noradrenalin freisetzen und damit die COMT Funktion sättigen können.

Quellen:

  1. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006497119738233
  2. https://lpi.oregonstate.edu/mic/dietary-factors/phytochemicals/indole-3-carbinol
  3. https://link.springer.com/article/10.1007/s43032-020-00383-4
  4. https://www.sciencedirect.com/topics/neuroscience/comt-inhibitor